Das Bällchen ist tot!
Vor ein paar Tagen ist unser kleiner Hamster "Ball" gestorben...
Er war mittlerweile ca. 2 1/2 Jahre alt.
In letzter Zeit hat er uns vor allem dadurch in Atmen gehalten, dass er öfter mal aus dem Käfig abgehauen ist - irgendwann hab ich ihn dabei "erwischt", es sah echt brutal aus, er hat sich durch zwei Gitterstäbe, die ein kleines bisschen weiter als normal auseinanderstanden, durchgequetscht...
Einmal ist er dabei in der Packung Katzentrockenfutter gelandet und kam nicht mehr raus! Wir mussten ihn dann daraus befreien - der Arme sah ganz schön fertig aus!!
Als er sich dann wieder längere Zeit nicht sehen liess dachte ich erst, dass er wieder abgehauen wäre - obwohl wir den Käfig mit Draht ausbruchssicher gemacht hatten. Ich hatte ihmim Käfig und draussen eine Erdnuss hingelegt - normalerweise frisst er die immer am Liebsten, doch die Erdnüsse bleiben unberührt. Also habe ich das komplette Wohnzimmer abgesucht - nichts.
Ich hatte schon die Befürchtung, dass er vielleicht tot sein könnte, aber ich traute mich nicht, im Käfig nachzugucken...
Schliesslich musste ich mich überwinden, und da in der Spreu lag er dann, der Kleine...

Das Problem war jetzt nur: Was tun mit ihm? Ich wohne ja mittlerweile in der Stadt - in dieMülltonne werfen könnte ich ihn aber nicht!!!!!!!

Also habe ich ihm heute mit zu meinen Eltern genommen. 1 Stunde im Bus mit dem Wissen, dass da in meiner Tasche in einer leeren Nivea-Dose ein toter Hamster liegt...
Ich hatte sie schon "vorgewarnt" und habe dann erstmal nach einem passenden Sarg gesucht - in der Blechdose konnte ich ihn ja nicht beerdigen!
Ein Sarg war dann auch gefunden, er sah sehr hübsch aus in der weissen Pappschachtel mit dem dunkelblau-schwarzen Seidenband drumherum.
Dann bin ich mit einem Spaten losgegangen, am Feld entlang, bis zu einer Stelle hinter den Bahnschienen. Da ist ein Streifen, wo alles mögliche Gestrüpp wächst, durch einen Wall von Steinen von den Bahnschienen abgetrennt.
Dort haben wir früher als Kinder viel gespielt und auch unsere bisher verstorbenen Haustiere beerdigt.
Die Stelle konnte man leicht finden. Durch zufall hatten wir, als ich mein erstes Meerschweinchen hier beerdigte, unter den ganzen Viereckigen Steinen auch ein richtiges Steinkreuz gefunden. Das liegt seitdem auf dem Grab.
Daneben sind die Gräber unserer anderen beiden Meerscheinchen und unserer ersten Katze.
Es war komisch, wieder dorthin zu gehen. Aber auch irgendwie schön. Man sah noch genau, wo wir uns als Kinder eine Hütte gebaut hatten: Unter dem Apfelbaum konnte man noch die Steinklötze erkennen, die einen viereckigen Grundriss bildeten.
Der Schuttwall war komplett mit Ranken bewachsen - das war schon immer so, aber heute waren die Ranken weiss - die Blüten waren verblüht und nur die flauschigen Samen waren noch da.
Aus den Gräbern wuchsen kleine Kastanienbäume. Vielleicht werden sie irgendwann richtig groß sein.
Unter einem Baum beerdigt werden muss schön sein.
Das Grab auszuheben war schwierig. Es musste zwar nicht sehr teif sein - aber schon ca. 20 Zentimeter unter der Overfläche waren lauter Steine. das ist an der Stelle so, früher gingen die bahnschienen noch weiter, und jetzt waren überall im Boden diese kleinen Steine, die immer an Bahngleisen liegen.
Es dauerte also etwas, bis ich das Loch einigermassen tief gegraben hatte - nicht, dass noch irgendein Tier auf die Idee kommt, mein Bällchen wieder auszubudeln!
Irgendwann war es alber auch geschafft.
Jetzt schläft der kleine Ball in seinem kleinen weissen Sarg in seinem kleinen Grab.